Anrechtsreihe: Gothaer Philharmonie spielt 3. Sinfoniekonzert
Der britische Komponist Ralph Vaughan Williams ist bekannt für sein breites Repertoire aus Symphonien, Kammermusik, Chormusik, Partituren und sogar Filmmusik. Doch berühmt ist er wohl nur für seine Märsche, eingängige Stücke geprägt von den Weltkriegserfahrungen des 1872 geborenen Komponisten. Thüringer Musikfreunde durften Williams’ Künste jetzt in der Margarethenkirche beim 3. Sinfoniekonzert der Anrechtsreihe A erleben. Die Thüringen-Philharmonie Gotha zeigte unter der Führung von Gastdirigent Frank Zacher ihr ganzes Können und brachte mit der Orchesterfassung der 1923 entstandenen English Folksong Suite das Publikum in Stimmung.
Anschließend beeindruckte die renommierte Solistin Sophia Jaffé mit einem unkonventionellen Violinkonzert Max Bruchs. Mit ihrer Präsenz auf der Bühne, ihrem Charisma und den weichen Bewegungen, mit der die 30-jährige das Instrument führte, zog sie das Publikum in ihren Bann. Ihr Spiel überzeugte dann auch die letzten Zweifler. Selbst die Thüringer Allgemeine war entsprechend begeistert: “In auffallend geschmeidigem Spiel, nicht nur in dem himmlisch schönen langsamen Satz, stieß Sophia Jaffé in nur selten so konsequent ausgelotete musikalische Tiefen vor.” Nicht umsonst sagt man Jaffé eine große internationale Karriere voraus.
Im nach der Pause vorgetragenen dritten Teil stand schließlich ein Stück des irischen Komponisten Charles Villiers Stanford auf dem Programm. Stanford war zu Lebzeiten ein produktiver Künstler, komponierte zahlreich Opern, Violinkonzerte, Rhapsodien und Tänze. Für das Gothaer Publikum gab es eine schwere Sinfonie, die vielen Besuchern noch lange in den Ohren lag und viele angeregt haben dürfte, sich mit diesem in Deutschland eher unbekannten Künstler näher zu befassen.

Ich bin eben zufällig vorbei gekommen. Gefällt mir ziemlich gut.